Die älteste Fläche, auf die je jemand geschrieben hat. Dünn genug für die Hosentasche. Und wieder leer, wann du willst.
Schau, was du damit machen kannstDie Farbe sitzt oben auf. Es gibt hier keine Fasern, in die sie einziehen könnte, also saugt nichts sie auf. Was du schreibst, bleibt eine dünne Schicht auf dem Blatt.
Halt gibt ihr die Oberfläche selbst: Gemahlener Kalkstein macht sie fein rau, viel zu fein, um es zu spüren, und nasse Farbe setzt sich in diese Rauheit hinein. Das Wasser verdunstet, die Farbe bleibt darin verhakt. Warte eine Minute, dann fahr mit dem Finger darüber. Nichts bewegt sich.
Und Wasser holt sie wieder herunter. Das ist dieselbe Sache, zweimal gesagt: Die Farbe ist nie irgendwo hineingekommen, also muss sie auch nirgends bleiben. Wie leicht sie abgeht, hängt am Stift, und das ist das Einzige, was du richtig machen musst.
Fahr mit dem Finger über die Schrift. Dann gib Wasser dazu und fahr noch einmal darüber.
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Es ist wasserfest. Es reißt kaum. Es lässt sich rollen und wird wieder flach. Beschreiben kannst du beide Seiten, und nach dem Wischen wieder von vorn. Papier ist nach einmal Radieren schon angegriffen, hier passiert das nicht.
Die Oberfläche ist glatt und kühl, eher Kieselstein als Papier. Der Stift gleitet, statt zu haken. Das merken die meisten als Erstes, und damit rechnet fast niemand.
Mach die Rückseite eines Bogens nass und drück ihn an Glas, ein Fenster, ein Whiteboard, einen Flipchart-Ständer. Er hält, er wellt sich nicht, und du nimmst ihn wieder ab, sobald er woanders hin soll. Mit Nadeln geht es genauso, das Material reißt daran nicht aus.
So wird jede glatte Fläche im Raum zur Arbeitsfläche. Ohne Klebeband, ohne Kleber, ohne Rückstände.
Drei Sorten Stift, dreimal etwas anderes.
Thermisch radierbar geht am leichtesten wieder ab. Mit Hitze radierst du hier gar nichts. Du hebst eine dünne Schicht Farbe von einer Fläche, mit der sie sich nie verbunden hat, und dafür reicht ein feuchtes Tuch.
Filzstifte auf Wasserbasis schreiben sich hier wunderbar und halten gut, sobald sie trocken sind. Sie halten sogar besser, als ein Tuch schafft, und daran scheitert fast jeder erste Versuch.
Permanentstifte bleiben. Das kann man absichtlich nutzen: Vorne behält eine Karte, was auf ihr steht, hinten bleibt sie neu beschreibbar.
Ein feuchtes Tuch passt zu thermisch radierbarer Farbe und zu kleinen Korrekturen. Bei Filzstift macht es die Farbe wieder nass und schiebt sie dann vor sich her. Statt einer leeren Fläche bekommst du einen Schatten, verteilt über den ganzen Bogen.
Das Wasserbad ist der Trick, den man kennen sollte. Karten, Notizen oder ganze Bögen ins Wasser legen. Die Farbe löst sich gleichmäßig, nichts schiebt sie zur Seite, und was du herausziehst, ist wieder leer. Kein Schrubben, kein Schatten, keine graue Ecke. Es ist das Beste am Umgang mit diesem Material, und niemand rechnet damit.
Thermisch radierbar für alles, was oft und schnell wieder weg soll. Filzstift auf Wasserbasis für Arbeit, die eine Weile hängen bleibt und dann auf einmal verschwindet. Permanent für die Seite, die bleiben soll, nie für die, die du zurückhaben willst.
Whiteboard-Marker oder Permanentstift auf einer Fläche, die du zurückhaben wolltest: Das ist hier der einzige echte Fehler, und meistens lässt er sich noch retten. Nagellackentferner oder Alkohol auf einem Tuch nimmt das meiste ab, denn auch diese Farbe sitzt nur oben auf. Erst an einer Ecke testen, behutsam arbeiten, und es bleibt eine Rettung, keine Routine.
Im Färbergarten wächst die Farbe. Hibiskus, Ringelblume, Färberdistel: Die Pflanzen kommen in die Erde, die Farbe kommt aus ihnen heraus, und in diesem Satz kommt keine Fabrik vor.
Solche Farbe geht auf diese Oberfläche, und sie geht genauso wieder ab wie jede andere. Ein Pigment, im Boden gewachsen, liegt auf gemahlenem Kalkstein und wird mit Wasser abgenommen.
Wir gehören zu einem Netzwerk von Färbergärten, und auf diesen Teil der Arbeit sind wir am neugierigsten. Es ist kein Produkt, es gibt hier nichts zu kaufen, und es ist die Richtung, die das Ganze rund machen würde.
Sechzig Prozent dieses Blattes sind Kalkstein. Vierzig Prozent sind HDPE, also Kunststoff, davon ein Teil bereits recycelt. Die Herstellung läuft trocken: kein Baum, kein Wasser im Prozess, keine Chlorbleiche. Das Material ist Cradle to Cradle Certified, Stufe Silber.
Der Gewinn liegt im Wiederverwenden. Ein Bogen, der über Jahre Hunderte von Einwegblättern ersetzt, macht den Unterschied. Nicht das, was am Ende mit ihm passiert.
Am Ende gehört es in den Restmüll, nicht ins Altpapier. Draußen, unter Sonne, zerfällt HDPE zu Mikroplastik. Deshalb steht auf dieser Seite nirgends biologisch abbaubar, kompostierbar oder plastikfrei. Und deshalb steht der Satz zur Entsorgung hier offen da und nicht im Kleingedruckten.
Archive, Urkunden, Verträge, alles, was bleiben oder in einen Ordner soll. Alles, was ins Altpapier gehört. Infinity Stonepaper ist für Denken gemacht, das noch in Bewegung ist. Denken, das steht, gehört woandershin.
Heute ist das Bindemittel HDPE. Was jetzt kommt, sind Richtungen. Manche können wir selbst vorantreiben, manche nicht, und keine davon beschreibt den Bogen, den du gerade in der Hand hast.
Unsere europäischen Partner arbeiten an biobasierten Bindemitteln. Wir probieren aus, was das im wirklichen Gebrauch heißt, und die Farbe bauen wir selbst an.
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