Du brauchst Wachs und Stäbchen. Mehr nicht.
Unsere Stäbchen sind 5, 8, 13 und 21 cm lang. Es geht aber alles, was gerade ist: Spieße, Zahnstocher, kleine Zweige.
Unser Wachs heißt Beenius, weil das Material von Bienen kommt.
Wenn ihr zusammen baut: Alle brauchen eigenes Wachs und eigene Stäbchen. Auch wenig reicht. Wenn sich zwei einen Bau teilen, schaut einer von beiden nur zu.
Roll drei kleine Wachskugeln. Nimm drei Stäbchen. Verbinde sie zu einem Dreieck.
Nimm es in beide Hände. Drück gegen die Ecken. Zieh daran. Verdreh es. Was siehst du?
Steck jetzt in jede Ecke ein Stäbchen. Richte sie auf und verbinde alle drei oben in einer neuen Kugel.
Lass los. Es steht.
Dreh es um. Kein Oben, kein Unten, keine Kugel wichtiger als die andere. Jede hält alle anderen.
Drück eine kleine Wachskugel auf fünf verschiedene Dinge.
Zieh sie alle wieder ab.
An manchem hält es. Von anderem fällt es einfach ab. Was wo hält, können wir dir nicht sagen. Das ist in jedem Raum anders.
Nimm, was du gebaut hast, und kleb es irgendwohin. An die Wand. Unter ein Regal. Ans Fenster, damit das Licht durchkommt.
Noch etwas zum Ausprobieren. Steck ein einzelnes Stäbchen schräg in eine Kugel auf dem Tisch und lass los.
Es bleibt stehen, ohne Stütze darunter. Das Gelenk hält den Winkel von allein.
Fang nicht von vorn an. Bau weiter an dem, was schon steht.
Kugeln dazu, Stäbchen dazu, zur Seite, nach oben.
Dann schau dich um und hol dazu, was gerade herumliegt. Ein Deckel. Ein Blatt. Eine Klammer. Ein Strohhalm. Du weißt ja jetzt, woran das Wachs hält und woran nicht.
Nimm den Bau zwischendurch in die Hand. Dreh ihn herum. Schau ihn von unten an. Stell ihn alle paar Stäbchen ab und geh einmal um ihn herum. Von der einen Seite ist er ein Turm. Von der anderen eine Brücke.
Hier ist nichts fertig, und nichts ist falsch. Mach weiter, bis du von selbst aufhörst.
Nimm ihn nicht auseinander. Füg nichts hinzu.
Versetz die Stäbchen, die schon drin sind. Zieh eins heraus und steck es an eine Stelle, wo vorher keins war. Dann noch eins. Dann fünf weitere.
Arbeite schnell und mach einfach weiter. Eine Weile lang ergibt das Ding keinen Sinn mehr. Lass das zu.
Irgendwann wird daraus etwas, das du nicht geplant hast.
Gleiches Wachs, gleiche Stäbchen, gleiche Gelenke. Nichts ist weg, nichts ist dazugekommen. Nur die Beziehungen untereinander sind andere, und damit ist alles anders.
Mach vorher ein Foto, wenn du eins willst.
Dann nimm ihn auseinander. Komplett. Zieh die Stäbchen heraus und roll das Wachs wieder zu Kugeln.
Nichts geht dabei verloren. Dem Wachs fehlt nichts, den Stäbchen fehlt nichts, und dir auch nicht. Was du herausgefunden hast, bleibt in deinen Händen, und der nächste Bau fängt genau dort an.
Um den Bau ging es nie. Er war ein Schritt, und den hast du schon hinter dir.
Wenn ein Teil davon für dich eine Aufgabe erledigt, behalt genau das und lass es dort, wo die Aufgabe ist. Den Rest lass los.
Nichts auf deinem Tisch hat für sich allein etwas geleistet. Ein Stäbchen war schwach, ein Flaschendeckel war Abfall, eine Wachskugel war eine Wachskugel. Getragen hat die Art, wie du sie zueinander gestellt hast, und du konntest diese Beziehungen immer weiter ändern, weil das Material dir nie ausging. Genau das ist die Permakultur darin: du hast eine Stunde lang ein System gelesen, indem du daran gearbeitet hast, und jetzt kannst du eines bauen, wieder auseinandernehmen und das nächste aus derselben Handvoll Teile bauen. Ein Garten funktioniert genauso, und ein Hub auch. Was du als Nächstes machst, fängt mit dem an, was hier in deinen Händen geblieben ist.
In der Sonne schmilzt es. Halt es kühl und aus dem Licht. Es hinterlässt Spuren. Probier es also erst aus, bevor du es auf etwas drückst, das dir wichtig ist. Es nimmt Schmutz auf. Es ist aus Bienenwachs, aber kein Lebensmittel.
Rutscht ein Stäbchen heraus, ist die Kugel zu klein. Nimm mehr Wachs und steck das Stäbchen tiefer hinein. Neigt sich ein Bau, schau dir die Form an, nicht das Wachs.